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Ich bin diese Woche im Urlaub und ich dachte, passend dazu, mache ich mal eine Folge zu dem Thema, wie man sich im Urlaub ernähren sollte, denn ich weiß, dass das für viele ein Thema ist.
Und es gibt viele Influencer aus der Ernährungs-/Fitnessbubble, die Tipps geben wie, dass man am Buffet dann eher die proteinreichen Dinge wählt, viel Gemüse und die „ungesunden“ Dinge eher die Beilage darstellen sollen. So verbietet man sich nichts und kann das Buffet genießen, aber erreicht seine Proteinziele und schlägt nicht über die Strenge, das heißt, isst nicht viel zu viele Kalorien.
Ich will das auch gar nicht per se verurteilen und schlecht reden. Ich glaube einigen macht dieser Lebensstil auch Spaß, weil der healthy lifestyle zu ihrer Identität geworden ist oder sie denken, so ihrem Körper was Gutes zu tun. Und wenn man sich nicht dadurch eingeschränkt fühlt und sich gesund ernährt, dann ist das ja auch gesund.
Aber dieser Podcast richtet sich nicht an diese Leute, sondern an die Leute, die sich durch diese Herangehensweise ganz und gar nicht so fühlen, als würden sie sich nichts verbieten. Für die Leute, für die diese Herangehensweise psychologisch nicht funktioniert. Und das ist auch völlig berechtigt, denn verbieten tut man sich ja schon was. Man verbietet sich keinen Nachtisch, aber man verbietet sich all den Nachtisch, der über einen kleinen Klecks hinausgeht. Und wenn man mehr als diesen Kleks essen möchte, dann verbietet man sich etwas.
Gezügeltes Essverhalten im Urlaub
Wenn man sich im Urlaub die große Portion verbietet, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man sich auch zu Hause Essen verbietet. Wenn ihr meinen Podcast schon länger hört, dann wisst ihr, dass das in der Psychologie ein gezügeltes Essverhalten genannt wird. Wenn man so ein restriktives Essverhalten hat, dann schreien unser Körper und unser Geist nach genau diesen Lebensmitteln, die wir uns verbieten und auch, wenn wir uns dann etwas davon im Urlaub erlauben, wenn es nur eine kleine Portion ist, aber auch wenn es eine große Portion ist, auch dann schreit unsere Psyche nach mehr, mehr, mehr. Vor allem, wenn man dann noch im Hinterkopf hat, vielleicht auch ganz unbewusst: Nach dem Urlaub halte ich mich wieder strenger an meine Regeln. Damit heizen wir diese Stimme, die nach immer mehr ruft, egal wie viel wir von etwas essen, noch einmal so richtig an.
Wenn wir nicht dieses gezügelte Essverhalten haben, dann würden wir im Urlaub höchstwahrscheinlich trotzdem anders essen. Zum einen gibt es dort natürlich andere Dinge, wir müssen nicht selbst kochen und vielleicht möchte man dort mehr von bestimmten leckeren Dingen essen, von denen man sonst nicht so viel isst. Denn es ist auch möglich gewisse Essens-„Regeln“ zu haben, ohne dass man ein gezügeltes Essverhalten hat. Wie man das gut voneinander unterscheiden kann, habe ich in der Folge 24 genauer erläutert. Die Kurzfassung: Machst du das aus Liebe oder aus Angst? Den Unterschied merkst du dann auch gut am Ende des Urlaubs: Denkst du dann: Och man, jetzt ist das Schlemmen vorbei, jetzt muss ich wieder „gesund“ essen. Oder denkst du: Puh, jetzt ist aber auch gut, jetzt freue ich mich, wieder meine Gerichte zu essen. Und hier ist es manchmal gar nicht so einfach, sich eine ehrliche Antwort zu geben. Glücklich zu sein, wieder in seine gesunden Routinen zu kommen, um sich nicht mehr dick zu fühlen und um wieder „in Shape zu kommen“ zählt da nicht.
Ein gezügeltes Essen bewirkt eine vermehrte Zunahme im Urlaub
Und auch der Effekt des Essens unterscheidet sich je nachdem, wie wir sonst essen. Wenn wir so essen, dass unser Körper nie ganz so viel Energie bekommt, wie er eigentlich haben möchte, dann wird er all die Energie, die wir im Urlaub mehr essen, aufsaugen und sofort einspeichern. Und so bestätigen wir uns dann auch selbst: Ich muss mich eingrenzen, sonst nehme ich zu.
Wenn wir aber immer so viel essen wie unser Körper benötigt, dann wird er die überschüssige Energie nicht sofort einspeichern, sondern der Energieüberschuss wird z. B. durch mehr unbewusste Bewegungen ausgeglichen. Oder wir nehmen vielleicht 2 Kilo zu, die dann aber auch wieder weg gehen.
Wenn du dieses Vertrauen wieder in deinen Körper zurückgewinnen kannst, dass er in der Lage ist, ein Zu viel essen über eine gewisse Zeit auch ausgleichen zu können, dann kannst du ganz entspannt im Urlaub essen. Wenn du dieses Vertrauen noch nicht hast, dann könntest du den Urlaub nutzen, um langsam anzufangen, die mehr und mehr zu erlauben.
Und auch wenn du Muskeln aufbauen willst, kannst du unbeschwert essen, ohne Angst haben zu müssen, dass deine Muskeln dir schwinden. Denn Proteine sind nicht so unglaublich rar gesät, wie das so manch ein Fitnessinfluencer glaubt. Du wirst genügend Proteine für deinen Muskelerhalt essen 😀
Also: Iss das, worauf du Lust hast. Entscheidend ist, wie du dich ernährst, wenn du nicht im Urlaub bist.
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
