Passen intuitive Ernährung und gesunde Ernährung zusammen und eine Frage, die dir jede Entscheidung erleichtert

Alle, Ernährung, Ernährungspsychologie, Psychologie | 22. März 2024

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Ich habe ja schon mal eine Podcastfolge zum Thema intuitive Ernährung gemacht, hör da gerne zuerst rein, wenn du die noch nicht gehört hast. Heute wollte ich noch mal auf die Frage eingehen, wie eine intuitive und eine gesunde Ernährung zusammen passen. Also wie kann es zusammenpassen, dass ich darauf achte, mich gesund zu ernähren, wenn ich mich doch intuitiv ernähre?

Eine intuitive Ernährung achtet auf die Signale des Körpers. Das können die unmittelbaren Signale sein, die ich jetzt in dem Moment empfinde, wie z. B. Hunger, das können aber auch bereits erfahrene Körpersignale sein, von denen wir wissen, dass sie eintreten werden.

Denn manchmal gibt es Diskrepanzen zwischen dem, was unsere Intuition kurzfristig sagt und dem, was langfristig gut für uns ist. Wenn ich z. B. hungrig durch einen Einkaufsladen gehe, dann möchte ich am liebsten alles fettige und süße essen. Ich tue es jedoch trotzdem nicht, da ich weiß, dass es mir langfristig nicht gut tut. Und ich weiß auch, wenn ich zu Hause was „Ordentliches“ essen, dann brauche ich all das, worauf ich jetzt gerade Lust habe, nicht mehr. Ich brauche es nicht mehr, weil ich es mir nicht verbiete. Ich esse ganz oft etwas süßes, weil ich süße Dinge einfach gerne mag. Aber ich esse sie z. B. selten, wenn ich Hunger habe, weil ich weiß, dass mich auch andere Dinge befriedigen. Das kann man als eine Regel sehen, die ich habe, dass ich in der Regel, wenn ich hungrig bin, erst mal was „Ordentliches“ esse. Woran erkenne ich jetzt, ob etwas eine gute Regel ist, die mich langfristig besser fühlen lässt, oder eine, die zu einem gezügelten Essverhalten führen kann?

Da stelle ich immer gerne eine Frage, die nicht nur bei Essensentscheidungen hilfreich ist, sondern eigentlich bei allen. Und zwar ist das die Frage: Tue ich das aus Liebe oder tue ich das aus Angst?

Was meine ich damit? Liebe steht für alles Positive. Ich esse z. B. keine Süßigkeiten, wenn ich hungrig bin, weil ich weiß, dass mich eine richtige Mahlzeit letztendlich mehr befriedigen wird, als es eine Süßigkeit tun wird. Weil ich weiß, dass ich mich besser fühlen werde, wenn ich die richtige Mahlzeit esse. Ich tue es also aus Liebe zu mir, aus Liebe zu meinem Körper.

Wenn ich mir keine Süßigkeit erlaube, weil ich Angst habe, zuzunehmen und meinen Körper hässlich finde, dann tue ich das aus Angst.

Wie gesagt, ist das auch bei Entscheidungen hilfreich, die nichts mit Ernährung zu tun haben. Z. B. wenn du es dir zu Hause gemütlich gemacht hast und dann bekommst du die Nachricht, dass sich ein paar Freunde gerade treffen und du fühlst das Bedürfnis aufsteigen, dich ihnen anzuschließen. Dann kannst du dich fragen: Willst du dich ihnen anschließen, weil du Lust darauf hast, weil du denkst, dass es toll werden wird? Willst du aus Liebe zu dir zu ihnen stoßen oder hast du Angst, etwas zu verpassen? Angst sollte niemals unsere Motivation sein. Ich finde das leitet einen eigentlich ganz gut durch's Leben, wenn man immer der Liebe folgt und nicht der Angst.

Und so ist es auch beim Essen. Triffst du diese Entscheidung aus Liebe zu dir oder aus Angst? Das kann sich auch durchaus ändern. Z. B. sind alle Einschränkungen und Regeln am Anfang der Reise zu einem gesunden Essverhalten, wenn man vorher viele Verbote hatte, erst mal in Angst begründet. Deswegen ist für viele auch der erste Schritt, dass man gar keine solcher Regeln hat. Mit der Zeit kann es sich aber entwickeln, dass man auch wieder Regeln aus Liebe aufstellen kann. Oder vielleicht sind Leitlinien das bessere Wort, denn strenge Regeln sind selten aus Liebe.

Genauso ist es z. B. auch, wenn man aus ethischen Gründen bestimmte Lebensmittel nicht isst. Man isst diese Lebensmittel dann ja nicht, weil man sich Verbote setzt, weil man Angst hat zuzunehmen oder sonstiges, sondern aus Liebe, in diesem Fall gegenüber den Tieren.

Deswegen esse ich z. B. auch zu besonderen Anlässen wie zum Geburtstag oder im Urlaub immer noch anders als sonst, weil ich es in einem begrenzten Zeitraum auch manchmal genieße, besonders viele besonders leckere Dinge zu essen, die mir aber langfristig nicht so gut tun. Ich würde z. B im Urlaub, wenn es die Möglichkeit dafür gäbe, morgens immer Pancakes essen, also die ganz klassischen mit Weißmehl. Zu Hause will ich aber definitiv nicht jeden Tag Pancakes essen, weil ich mich deutlich besser fühle, wenn ich morgens etwas ballaststoffreiches wie mein Porridge esse.

Wenn du dich also fragst, ob die Leitlinie, die du hast, eine dir förderliche Leitlinie ist, dann überleg mal, ob du sie aus Angst oder aus Liebe hast und dann findest du ganz schnell deine Antwort.


Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock

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