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Hallo ihr Lieben! Ich hoffe, ihr hattet wundervolle Weihnachten und ein paar entspannte Tage. Wir haben fast das Ende des Jahres erreicht und für all die, die den Anfang des neuen Jahres nutzen wollen, um sich Ziele zu setzen, ist dieser Beitrag. Ich setzte mir auf jeden Fall gerne Ziele und vor allem gerne am Ende des alten Jahres oder am Anfang des neuen Jahres. Ich finde, der Jahreswechsel hat immer etwas Magisches an sich, so eine bestimmte Stimmung, in der ich gerne reflektiere und plane. Für mich ist das etwas rein Schönes, das hat nichts mit Zwang, etwas zu erreichen oder schlechten Gefühlen, wenn ich ein Ziel nicht erreicht habe, zu tun. Aber man muss sich natürlich keine Ziele am Anfang des Jahres setzten. Und natürlich kann man ja auch immer wieder im Laufe des Jahres Ziele setzen.
Werte als übergeordnete Ziele
Wenn Ziele nichts für dich sind, kannst du dir vielleicht aber Gedanken über deine Werte machen. Und auch für alle, die sich Ziele setzen möchten, würde ich empfehlen, sich erst mal Gedanken über seine Werte zu machen. Werte sind etwas Andauerndes, etwas, das man nie erreichen kann, wie das bei Zielen der Fall ist, denn sie sind nie abgeschlossen. Bei Werten geht es vor allem um die Frage: Was für eine Person möchte ich sein? Möchte ich z. B. toleranter sein? Möchte ich mehr in meine Beziehungen investieren, mehr für die Menschen, die ich liebe, da sein? Möchte ich mehr auf mich achtgeben? Mehr Gutes für mich tun? Möchte ich offener für neues sein, mehr wagen, abenteuerlustiger werden? Möchte ich achtsamer sein? Möchte ich authentischer sein, mich weniger verstecken und mehr ich selbst sein? Möchte ich verantwortungsvoller sein? Es gibt ganz viele verschiedene Werte und jeder hat unterschiedliche. Das schöne ist, dass man auch wenn man ein Ziel nicht erreicht hat, trotzdem seinen Werten entsprechend handeln kann. Nehmen wir an, du möchtest dir mehr Gutes tun, mehr in deine Gesundheit investieren und möchtest dich deswegen mehr bewegen. Dein Ziel könnte dann z. B. sein, jede Woche einmal zu trainieren. Du hast vielleicht einen Trainingsplan, den du jede Woche einmal absolvieren möchtest. Doch dann kommt eine Woche, in der du aus welchen Gründen auch immer dieses Training nicht durchführen kannst. Dein Ziel hast du also nicht erreicht. Das heißt aber nicht, dass du nicht trotzdem deinem Wert entsprechend handeln kannst. Vielleicht gehst du immer zur Arbeit oder fährst mit dem Fahrrad. Vielleicht nimmst du Treppen statt Aufzüge. Vielleicht stehst du während der Arbeit öfter mal auf, vielleicht machst du ein paar Stretches vor dem ins Bett gehen. Vielleicht machst du einen Spaziergang während eines Telefonats.
Ich finde, Werte sind viel wichtiger als Ziele, denn ganz oft steht der Alltag unseren Zielen im Weg. Ohne uns der dahinterliegenden Werte bewusst zu sein, wäre es dann vorbei mit unserem Wunsch, etwas zu ändern. Viele erfüllen entweder ihr Ziel oder machen gar nichts in diese Richtung. Damit wären wir wieder bei dem Alles-oder-Nichts-Mindset. Ich kann nicht ins Fitnessstudio gehen, wie das eigentlich mein Ziel gewesen wäre, also mache ich gar nichts. Ich habe etwas ungesundes gegessen, also esse ich heute nur noch ungesund. Denn wenn man nur das Ziel hat, heute esse ich gesund, dann hat man mit der einen ungesunden Mahlzeit ja schon das Ziel verfehlt. Nach deinem Wert dir Gutes zu tun, deine Gesundheit zu fördern, kannst du jederzeit handeln.
Deswegen, überlege dir als erstes einmal: Was sind deine Werte, was für eine Person möchtest du sein, wie möchtest du gerne handeln?
Richtig Ziele setzen
Aber manchmal und für manche können konkrete Ziele durchaus sinnvoll sein. Aber welche Ziele sind wirklich sinnvoll und welche sind es nicht?
Zunächst einmal ist es natürlich wichtig, dass du ein Ziel setzt, das du auch wirklich setzen möchtest. Es sollte kein Ziel von irgendjemand anderem sein, was jemand anderes von dir möchte, du aber eigentlich nicht. Also: Was möchtest du wirklich gerne erreichen? Orientiere dich hier am besten an deinen Werten, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du etwas anstrebst, das dir wirklich wichtig ist. Und damit hast du eine konkrete Anleitung an der Hand, wie du deine Werte auch wirklich umsetzen kannst, du füllst sie mit Leben.
Ziele sollten außerdem rein von deinem Handeln abhängig sind. Setze dir also keine Ziele, die nicht komplett unter deine Kontrolle stehen. Zum Beispiel könnte dein Ziel sein, bis zum Sommer 10 kg abzunehmen. Dieses Ziel hängt aber nicht nur von deinem Handeln ab, sondern auch noch von Variablen, die du nicht beeinflussen kannst, wie deine Körperkonstitution. Setze dir stattdessen Ziele, die sich auf dein Handeln, dein Verhalten beziehen. Was möchtest du nächstes Jahr tun? Möchtest du deine Ernährung ändern? Möchtest du dich mehr bewegen?
Und dann versuche, dieses Ziel so konkret wie möglich zu formulieren. Denn genau dafür sind Ziele ja da, um uns etwas ganz Konkretes zu liefern, das wir erreichen möchten. Ansonsten wären wir wieder bei den Werten. Zum Beispiel wäre so ein konkretes Ziel: Ich möchte einmal die Woche diesen Krafttrainingsplan machen. Oder: Ich möchte zu einer Mahlzeit am Tag eine Gemüseportion hinzufügen.
Vielleicht hättest du dein Ziel stattdessen aber so formuliert: Ich möchte 3x die Woche diesen Trainingsplan machen. Oder: Ich möchte zu jeder Mahlzeit eine Obst- oder Gemüseportion hinzufügen. Wichtig ist jedoch außerdem, dass dein Ziel nicht zu groß angesetzt ist. Überlege ganz realistisch, was wird dir relativ einfach fallen? Was kannst du erreichen? Nach ein paar Wochen oder Monaten kannst du dich natürlich nochmal an dein Ziel setzten und es eventuell anpassen. Vielleicht hast du das eine Training oder die eine Portion Gemüse so etabliert, dass das nun ganz automatisch passiert, dass es zur Gewohnheit geworden ist. Aber du hast das Gefühl, du möchtest noch weiter gehen. Das Training tut dir so gut, du möchtest jetzt zweimal die Woche trainieren. Zum Beispiel.
Was außerdem immer gut ist, ist, ein Ziel positiv zu formulieren. Was möchtest du tun? Statt was möchtest du nicht tun. Vor allem im Ernährungskontext ist es viel erfolgsversprechender ohne Verbote zu arbeiten, sondern einfach zu schauen, was möchte man erreichen, positiv gesehen, was möchte man hinzufügen, nicht was man weglassen möchte. Das könnte z. B. „mehr Gemüse essen“ sein. Mehr Ballaststoffe, mehr Obst, mehr selbst kochen, mehr unverarbeitete Zutaten, mehr neue Zutaten, mit denen man vorher noch nicht gekocht hat... Und natürlich nicht alles auf einmal, sondern nur ein Ziel davon. Setze dir also lieber nicht Ziele wie: weniger Süßigkeiten, kein Zucker, weniger Kohlenhydrate usw.
Warum SMARTe Ziele häufig nicht optimal sind
Vielleicht hast du schon einmal von den SMARTen Zielen gehört. SMART ist ein Akronym für Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert. Das heißt, die Ziele, die man sich setzt, sollen diese Kriterien erfüllen. SMARTe Ziele werden vielfach eingesetzt, in unterschiedlichen Situationen und Bereichen. Tatsächlich wurde das Konzept der SMARTen Ziele im Arbeitskontext entwickelt, und zwar ganz konkret für das Management von Unternehmen, und basiert nicht auf einer Theorie oder wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich finde, man sollte dieses Konzept deswegen nicht einfach über alles stülpen, was irgendwie mit Zielen zusammenhängt. Das muss nämlich nicht unbedingt auf alle Bereiche auch so übertragbar sein.
Es ist durchaus wichtig, dass ein Ziel attraktiv ist, worauf ich ja auch schon eingegangen bin, was aber auch irgendwie klar ist.
Auch spezifisch finde ich für Ziele, so wie ich sie in dieser Folge definiert habe, wichtig. „Ich möchte mich mehr bewegen.“ ist natürlich auch ein Ziel, je nach Definition, und auch ein gutes, weil es eben mehr in die Werterichtung geht. In meiner Definition von Zielen und Werten ist das ganze natürlich eine Dimension, der Übergang zwischen Werten und Zielen ist also fließend. Und ich finde Werte deutlich wichtiger als Ziele, deswegen würde ich von dieser Perspektive „Ich möchte mich mehr bewegen.“ als das bessere Ziel bezeichnen. Ich habe Ziele hier jetzt aber über die Spezifität definiert und insofern ist das natürlich ein notwendiges Kriterium.
Messbar finde ich für die meisten Kontexte nicht so wichtig. Im Unternehmen ist es ja durchaus sinnvoll, zu messen, ob ein Ziel, wie ein bestimmtes Gewinnziel, erreicht wurde aber für unseren Kontext ist es nur wichtig, dass wir merken, ob wir ein Ziel erreicht haben. Aber bei welchem Ziel, das man sich für sich selbst setzt, müssen wir wirklich nachmessen? Messen kann man eher dann, wenn man kein Ziel hat, dass sich aufs Handeln bezieht. Messen kann man z. B. ob man ein bestimmtes Gewicht erreicht hat, ob man einen bestimmten Bauchumfang hat, ob man schneller eine bestimmte Strecke läuft, als Beispiel für den Leistungssport. Aber wir wollen ja gerade nicht so ein Ziel setzen, sondern eines, das nur ganz allein von unserem Handeln abhängt.
Auf realistisch bin ich ja auch eingegangen. Das finde ich also auch wichtig.
Und bei terminiert merkt man wieder, dass es aus dem Unternehmenskontext ist, aber ich kann mir nur wenige Situationen vorstellen, in denen eine Terminierung notwendig oder sogar sinnvoll wäre. Klar, wenn man z. B. etwas für die Uni oder den Job machen muss und eine Deadline hat, dann muss man das natürlich terminieren, aber im Gesundheitskontext und wieder auf das Handeln bezogen ist eine Terminierung meistens kontraproduktiv. Wenn wir etwas nur für eine bestimmte Zeit durchführen können, dann sollten wir unser Ziel anpassen. Natürlich kannst du dir eine Zeit setzten, zu der du reflektieren möchtest, wie es bisher gelaufen ist und ob du bestimmte Anpassungen vornehmen möchtest. Aber ansonsten machen wir unsere Ziele for the long run.
Fazit
Deswegen, überlege dir keine SMARTen Ziele sondern setze dir attraktive, positiv formulierte, konkrete und realistische Ziele, die nur von deinem Handeln abhängen und am allerbesten: Überlege dir Werte. Was für ein Mensch möchtest du sein, wie möchtest du in deinem Alltag handeln. Um diese Werte mit konkreten Schritten umzusetzen, kannst du dir Ziele setzen, wenn du das möchtest. Aber vergiss nie, dass es nicht schlimm ist, mal ein Ziel nicht zu erreichen, solange du deinen Werten und übergeordneten Zielen treu bleibst. Also, wenn du ihnen nicht treu bleiben solltest, ist das natürlich auch nicht schlimm, dann tust du nur nicht mehr das, was du eigentlich machen wolltest, aber das ist natürlich auch kein Weltuntergang.
Nächste Woche wird es dann um den Inhalt deiner Ziele gehen, wenn du gerne abnehmen möchtest. Denn ich glaube, das bestimmt häufigste Ziel im Januar ist abnehmen. Was du deswegen nicht tun solltest und was du stattdessen tun kannst, darum geht es dann nächste Woche.
Bis dahin!
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
