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Achtsames Essen bedeutet, unser Essverhalten mit mehr Bewusstheit zu betrachten: Was löst unser Verlangen nach Essen eigentlich aus? Ist es wirklich Hunger, oder eher Appetit, Emotionen oder Gewohnheit?
In diesem Beitrag stelle ich dir die neun Arten des Hungers vor – ein Konzept aus dem Mindful Eating, Conscious Living-Programm, das hilft, die Achtsamkeit gegenüber unseren inneren und äußeren Ess-Auslösern zu schärfen. Dieses Wissen kann dir helfen, ein bewussteres, gesünderes und genussvolleres Essverhalten zu entwickeln.
Was bedeutet „achtsames Essen“?
Achtsames Essen, oder auf englisch mindful eating, ist eine Praxis aus der Ernährungspsychologie, bei der wir lernen, unsere Hunger- und Sättigungssignale wieder besser wahrzunehmen. Dabei geht es nicht darum, bestimmte Lebensmittel zu vermeiden oder Regeln aufzustellen, sondern darum, das eigene Essverhalten bewusst zu beobachten:
- Warum möchte ich gerade essen?
- Was spüre ich in meinem Körper?
- Welche Emotionen oder Sinneseindrücke beeinflussen mein Essverlangen?
Das Ziel ist, sich in jedem Moment bewusst entscheiden zu können und nicht unachtsam zu handeln.

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Leidest du unter Heißhunger und dem Gefühl süchtig nach Zucker und anderen Lebensmitteln zu sein?
Die Gründe dafür sind andere, als dir auf Social Media und Co. erzählt wird. Meistens braucht es nur ein paar einfache Schritte und du kannst endlich wieder mit Genuss statt schlechtem Gewissen essen.
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Die neun Arten des Hungers
Unsere Motivation zu essen ist vielschichtig. Das Modell der neun Hungerarten hilft uns, diese besser zu differenzieren und dadurch achtsamer zu essen.
- Augenhunger: Wir essen mit den Augen – und oft reicht allein der Anblick von leckerem Essen, um Appetit zu bekommen. Farben, Anrichtung und Präsentation spielen eine große Rolle. Achtsames Essen bedeutet hier: bewusst wahrnehmen, was du siehst und zu spüren, ob es Appetit oder echter Hunger ist.
- Nasenhunger: Gerüche können starke Reize setzen. Der Duft von frisch gebackenem Brot oder einer warmen Mahlzeit kann unser Verlangen anregen, auch wenn wir körperlich bereits satt sind.
- Mundhunger: Hier geht es um Lust auf bestimmte Geschmäcker oder Konsistenzen: Knuspriges, Cremiges, Süßes oder Salziges.
- Ohrenhunger: Ja, auch Geräusche können Appetit auslösen: Das Knacken einer Tafel Schokolade, das Brutzeln in der Pfanne oder Essensbeschreibungen.
- Tasthunger (Berührungshunger): Die haptische Wahrnehmung spielt oft eine unbewusste Rolle: Das Gefühl von warmem Brot in der Hand, cremiges Eis auf der Zunge oder knuspriges Fingerfood. Auch hier kann Appetit entstehen, obwohl wir keinen physischen Hunger verspüren.
- Kopfhunger: Dieser entsteht aus Gedanken, Überzeugungen oder erlernten Regeln: „Jetzt ist Mittagszeit“, „Ich muss den Teller leer essen“, oder „Ich darf mir das jetzt gönnen“. Achtsames Essen heißt, solche Gedanken wahrzunehmen, ohne ihnen automatisch zu folgen.
- Herzhunger: Hier geht es um emotionales Essen. Wenn wir aus Traurigkeit, Stress, Einsamkeit oder Langeweile essen, ist das oft ein Versuch, Emotionen zu regulieren. Achtsamkeit hilft dabei, die eigentlichen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und bessere Wege zu finden, mit ihnen umzugehen.
- Magenhunger: Das ist der eigentliche, körperliche Hunger. Signale wie Magenknurren oder das Gefühl als hätte man ein Loch im Bauch weisen uns darauf hin, dass unser Körper Nahrung braucht.
- Zellhunger: Wenn wir lange nichts essen, kann ein sehr intensiver Hunger entstehen, das Gefühl, dass jede Zelle Nahrung verlangt. Dann entsteht meistens Heißhunger, weil wir zu lange gewartet haben. Achtsam essen heißt hier: rechtzeitig essen, bevor es so weit kommt.
Wie du mit den verschiedenen Hungerarten achtsam umgehen kannst
Achtsames Essen heißt nicht, dass du nie aus Appetit oder Emotionen heraus essen „darfst“. Vielmehr geht es darum, bewusst zu entscheiden:
- Was spüre ich gerade?
- Welche Art von Hunger ist präsent?
- Möchte ich diesem Impuls folgen oder nicht?
Eine Übung, um diese Achtsamkeit zu schulen, könnte sein, vor jeder Mahlzeit kurz innezuhalten und in sich hineinzuspüren:
- Welche Hungerarten spüre ich gerade?
- Wie stark sind sie auf einer Skala von 1 bis 10?
Fazit: Achtsames Essen ist eine Einladung zum bewussteren Leben
Die neun Arten des Hungers zeigen uns: Essen ist viel mehr als reine Nahrungsaufnahme. Achtsames Essen hilft dir, diese Ebenen zu erkennen, ohne dich von ihnen steuern zu lassen.
Nimm aus diesem Modell das mit, was für dich hilfreich ist. Vielleicht möchtest du nur einzelne Hungerarten beobachten oder es als kleine Achtsamkeitsübung vor dem Essen nutzen.
Denn am Ende geht es nicht um Kontrolle, sondern um Bewusstsein und um die Frage: Was brauche ich gerade wirklich?
Literatur
Peitz, D., & Warschburger, P. (2023). What Are You Hungry for? The 9 Hunger Mindful Eating Online Randomized Controlled Trial. Mindfulness, 14(12), 2868-2879.
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
