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Für diese Frage gibt es natürlich verschiedenste Antworten, auf die ich heute nicht alle eingehen möchte. So ist es ein wichtiger Unterschied dabei, wie leicht dir eine Diät fällt, ob du dich über oder unter deinem Set Point befindest.
Heute möchte ich jedoch auf einen anderen Faktor eingehen: die Identität. So wie in ganz vielen Bereichen unseres Lebens, spielt die Identität für die Ernährung eine sehr große Rolle.
Was gibt es für Identitäten in der Ernährung?
Eine Identität könnte z. B. die als Veganer sein („Ich bin die, die vegan ist.“). Oder „Ich bin die, die sich nur gesund und natürlich ernährt.“, z. B. beim sogenannten Clean Eating. Ich bin die die viel Sport macht. Ich bin die, die Yoga macht. Ich bin die, die Weight Lifting macht. Ich bin die, die Bodybuilding macht. Aber auch in anderen Lebensbereichen spielen Identitäten eine wichtige Rolle, z. B.: Ich bin die, die Metal hört. Oder: Ich bin die, die sich für den Umweltschutz einsetzt. All diese Bezeichnungen bieten uns verschiedene Vorteile.
Warum bilden wir ernährungsbezogene Identitäten?
Durch eine Identität können wir einer Gruppe angehören, ein psychologisches Grundbedürfnis des Menschen: Bindung, nicht alleine sein, eine Gruppe haben, zum Überleben. Man folgt z. B. anderen Menschen, die auch Bodybuilding machen, man tauscht sich in Gruppen und Foren aus, man trifft vielleicht andere, die das gleiche machen und man hat immer automatisch eine Gemeinsamkeit, die gleich Nähe schafft.
Wir können uns aber auch von anderen Menschen abgrenzen und so unseren Selbstwert erhöhen. Auch das ist ein psychologisches Grundbedürfnis. Die Identität gibt uns selbst Wert, wertet dadurch aber auch andere, die diese Identität nicht haben, ab. Das passiert ganz automatisch. Durch eine Identität können wir zum einen einer Gruppe angehören, wir können uns aber auch von Menschen abgrenzen, die dieser Gruppe nicht angehören. Dadurch können wir auf der anderen Seite auch unsere Individualität fördern. Wir sind nicht wie alle anderen Menschen, wir sind individuell, aufgrund unserer verschiedenen Identitäten.
Und als letztes ermöglicht uns unsere Identität, Unsicherheiten zu reduzieren. Sie bietet uns einen Rahmen, der definiert, wer wir sind, wie wir uns verhalten sollen, sie grenzt unseren Verhaltensspielraum also ein. Dadurch bietet sie uns Orientierung und Sicherheit.
Wie eine Identität bei der Diät hilft
Eine Identität grenzt unseren Handlungsspielraum also ein. Wir essen zum Mittag Hähnchen mit Brokkoli, weil wir Bodybuilder sind. Wir essen kein Eis am Nachmittag, weil wir gerade in der Diätphase sind. Wir essen kein Fleisch, weil wir Veganer sind. Darüber muss gar nicht mehr nachgedacht werden. Eine Identität ist wie eine Gewohnheit. Der einfache Weg, der keine Ressourcen verbraucht, ist, entsprechend dieser Identität oder dieser Gewohnheit zu handeln. Es ist dafür nicht nötig, sich Gedanken zu machen und es kommt nicht die Frage auf, ob man vielleicht doch was anderes macht. Damit wird es einfach, entsprechend dieser Identität zu handeln.
Und für einige da draußen ist ein gesunder Lifestyle eine ganz, ganz große Identität. Einige haben gar nichts anderes mehr in ihrem Leben. Ihre Freunde sind aus dieser Gruppe, die die Identität formt, ihr Beruf ist in dem Bereich, vielleicht sogar der Partner. Alles ist um diese Identität gebaut. Da fällt es DEUTLICH leichter, Hunger auszuhalten. Denn das ist nunmal was sie tun. Was sie sind.
Aber welche Identität möchtest du haben? Vielleicht möchtest du nicht die Identität als Bodybuilder haben. Vielleicht möchtest du auch nicht die Identität als die, die sich „clean“ ernährt haben. Vielleicht möchtest du aber die sein, die viel Gemüse kauft. Vielleicht die, die sich gut um ihren Körper kümmert. Die, die Spaß daran hat, ein Leben zu kreieren, das sie maximal glücklich macht. Die, die sich fit fühlt. Der Foodie, der gerne leckeres Essen kreiert, der gerne neue Dinge kreiert und experimentiert. Finde deine eigene Ernährungsidentität: Was ist dir wichtig? Was sind deine Werte?
Oder vielleicht möchtest du auch einfach die sein, die leidenschaftlich gerne singt und möchtest dich dieser Identität widmen können und nicht immer durch deine Selbstzweifel in Bezug auf deinen Körper und durch deinen Kampf mit dem Essen davon abgelenkt werden.
Warum die intuitive Ernährung auch funktioniert, wenn die Identität nicht ums Essen aufgebaut ist
Deswegen bin ich ein großer Fan der intuitiven Ernährung. Sie ist deutlich einfacher, als Kalorien zu zählen, Makros zu zählen, sich an einer Ernährungspyramide zu orientieren oder ähnlichem. Das alles erfordert Zeit und Mühen und meistens auch Genuss- und Freiheitseinbußen und ehrlicherweise hat man dann immer noch nicht die Garantie, dass man alles richtig macht.
Eine intuitive Ernährung ist nicht nur individueller, sondern auch einfacher. Und sie macht Spaß und bietet Genuss und wenn man sich gut um seinen Körper kümmert und vielleicht ein paar Punkte beachtet, dann ist sie garantiert auch gesund.
Wenn du gerne Unterstützung dabei hättest, wieder intuitiv und unbeschwert zu essen, deine eigene Ernährungsidentität zu entwickeln oder das Thema Diäten und Kampf mit dem Essen ein für alle mal abzuhaken, dann melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch.
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
