Höre den Beitrag auch in deiner Lieblings Podcast App: Spotify, Apple Podcasts, Amazon, Google, Deezer, TuneIn, podcast.de.
Ich sehe auf den sozialen Medien wieder viele Rezepte für „gesunde“ Weihnachtsplätzchen und wenn ihr Accounts folgt, bei denen es um gesunde Ernährung oder Fitness oder ähnliches geht, dann habt ihr die vielleicht auch schon gesehen. Heute soll es um die Frage gehen, ob man wirklich lieber diese Plätzchen backen sollte. Und dabei möchte ich mich auf das Thema Zucker fokussieren, denn das ist eigentlich das, worum es am öftesten bei diesen gesunden Keksen geht. Sie sind mit anderen Zuckerarten gesüßt wie z. B. Dattelzucker oder Agavendicksaft, Ahornsirup, Kokosblütenzucker oder Honig statt mit dem gewöhnlichen Haushaltszucker. Aber ist das wirklich besser?
Ist der normale Zucker nicht "Industriezucker"?
Ich habe mal Dattelsüße gegoogelt und da z. B. ein Produkt gefunden, dass von der Struktur her so ähnlich aussieht wie Zucker und auf der Packung steht: natürliche Süße aus 100 % Datteln. Aber wisst ihr, was man auf eine Zuckerpackung schreiben könnte: natürliche Süße aus 100 % Zuckerrüben. Der Haushaltszucker wird ja auch Industriezucker genannt und das ist glaube ich das Bild, was viele von Zucker haben: er ist unnatürlich, etwas industriell gefertigtes und sowas wie Dattelsüße oder Agavendicksaft ist natürlich. So war zumindest auch mal mein Bild, weil es eben oft so in den Medien vermittelt wird. Aber Zucker ist einfach nur ein isoliertes Molekül aus der Zuckerrübe oder dem Zuckerrohr. In Europa meistens die Zuckerrübe, da Zuckerrohr bei uns nicht wächst. Durch physikalische Verfahren wird der Zucker, also die Saccharose, ein Molekül aus Glucose und Fructose, aus der Zuckerrübe isoliert. Dabei wird er nicht chemisch verändert und enthält auch keine weiteren Stoffe. Am Ende hat man nur noch die Saccharose, das Zuckermolekül. Und dadurch ist dann auch nichts dabei, was vielleicht wirklich toxisch wirken könnte oder von dem wir vielleicht gar nicht wissen, wie es reagiert, wenn wir es z. B. beim Backen erhitzen. Es kann manchmal also auch sinnvoll sein, etwas isoliertes zu verwenden. Der normale Haushaltszucker ist also genauso wenig oder genauso viel Industriezucker wie Dattelsüße, je nachdem wie man es gerne sehen möchte. An Zucker ist nichts besonders industriell und erst mal auch nichts ungesund.

Leidest du unter Heißhunger und dem Gefühl süchtig nach Zucker und anderen ungesunden Lebensmitteln zu sein?
Die Gründe dafür sind andere, als dir auf Social Media und Co. erzählt wird. Meistens braucht es nur ein paar einfache Schritte und du kannst endlich wieder mit Genuss statt schlechtem Gewissen essen.
Ich helfe dir dabei, wieder ein gesundes Essverhalten zu erlernen. Schau dir doch mal mein Beratungsangebot an und vereinbare dein kostenloses Erstgespräch!
Ist Zucker nicht ungesund?
Zucker ist ein für den Menschen wichtiger Makronährstoff, neben Proteinen und Fetten. Egal was für Kohlenhydrate man isst, also Brot, Nudeln, Buchweizen, Plätzchen oder Gummibärchen, am Ende kommt das Zuckermolekül an unseren Zellen an, um es mal ganz vereinfacht zu sagen. Unserem Körper ist es in dem Moment egal, ob dieser Zucker aus dem Haushaltszucker, der Dattelsüße oder dem Vollkornbrot ist, es macht einfach keinen Unterschied, auf dieses Zuckermolekül bezogen. Zucker ist also definitiv kein Gift, sondern einer der drei Makronährstoffe unseres Körpers, also der Nährstoffe, aus denen wir Energie ziehen.
Was wichtig ist, ist immer die gesamte Ernährung. Und erst DANN kann Zucker ungesund werden.
Dattelsüße oder Agavendicksaft, Ahornsirup, Kokosblütenzucker oder Honig bringen alle noch mehr Stoffe mit als den reinen Zucker, deswegen sind sie auch nicht weiß und/oder kristallförmig wie der normale Zucker. In den Mengen, in denen man Zucker zu sich nimmt, ist das jedoch einfach irrelevant. Man kriegt nichts sonderlich gesundheitsförderliches durch Dattelsüße oder Honig mit. Vielleicht steigt bei der einen Zuckerart der Blutzucker nicht ganz so stark an wie bei der anderen, aber das ist so eine Sache mit dem Blutzucker, sehr individuell und ich glaube viele der Ergebnisse sind gar nicht wissenschaftlich entstanden. Fakt ist, es ist alles Zucker und wenn wir uns das große Ganze ansehen, dann kommt es einfach darauf an, dass wir nicht zu viel davon essen und diese kleinen Unterschiede im Blutzucker sind nicht das, worüber man sich seinen Kopf zerbrechen muss.
Und wie erreichen wir, dass wir nicht zu viel Zucker essen? Für den einen kann es eine Lösung sein, sich sowas wie Plätzchen weniger lecker zu machen, dadurch, dass man Zuckeralternativen verwendet, die einen nicht so leckeren Eigengeschmack mit sich bringen. Wenn ich nur „gesunde“ Plätzchen esse, dann schmecken die mir vielleicht gar nicht so gut und deswegen esse ich nur wenige. Für viele ist der bessere Schritt jedoch, das Verbots-Mindset aufzulösen. Ich glaube, dass nur die Menschen wirklich gesündere Alternativen zu Zucker brauchen, die durch ein gezügeltes Essverhalten nie richtig satt sind, immer süßes essen möchten und dadurch halt irgendwie schauen müssen, wie man diese Menge an Süßem noch halbwegs gesund zu sich nehmen kann. Mir ging es auch so, dass ich lieber kalorienfreie Süßungsmittel genommen habe, damit ich einfach mehr Süßes essen konnte, ohne mir Sorgen um meine Gesundheit machen zu müssen. Weil ich quasi 100 Plätzchen essen konnte am Tag. Wenn man jedoch aus dem Verbots-Mindset raus ist, dann möchte man aber gar nicht mehr als ein paar Kekse essen und dann ist es auch überhaupt kein Problem seine Kekse mit Zucker zu backen.
Also: du kannst deine Kekse mit Dattelsüße backen oder mit Honig oder Agavendicksaft oder was auch immer (nur mit Agavendicksaft vorsichtig sein, wenn man Fructose nicht gut verträgt, denn Agavendicksaft enthält sehr viel Fructose). Du kannst sie aber auch mit Zucker backen. Das ist völlig egal.
Ich möchte noch ganz kurz auf Süßstoffe eingehen, weil ich eben ja auch kurz mal kalorienfreie Süßungsmittel erwähnt habe. Das worum es heute ging, also Dattelsüße, Agavendicksaft etc. hat auch Kalorien und ist auch Zucker, so wie der Haushaltszucker. Es gibt aber auch noch andere Dinge, mit denen man süßen kann, die kein Zucker sind, wie z. B. Süßstoffe, die keine Kalorien enthalten, aber sehr süß sind, teilweise mehrere tausendfach süßer als Zucker. Das ist nochmal ein ganz anderes Thema, das ich heute nicht behandeln möchte. Das wollte ich nur kurz erklären, bevor Verwirrung aufkommt.
Und damit bis nächste Woche!
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
