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Ich komme gerade aus einer sehr erholsamen Woche Urlaub im bayrischen Wald und möchte dies als Anlass nehmen, mal wieder eine Folge über die Ernährung im Urlaub zu machen und darüber, wie man mit dem Urlaub insgesamt umgeht. Denn Urlaub bedeutet aus seinen Routinen gerissen zu werden. Urlaub bedeutet raus zu kommen aus dem Alltag und somit auch aus den Routinen. Und das ist etwas Gutes. Du darfst dir erlauben, Dinge anders zu machen und Dinge auch so zu machen, wie du sie nicht im Alltag machen würdest. Vielleicht würdest du z. B. nicht jeden Tag ein Stück Torte essen. Aber bedeutet das, dass du deswegen im Urlaub nicht jeden Tag ein Stück Torte essen kannst? Nein, natürlich nicht. Urlaub ist etwas Besonderes, etwas, dass nicht oft vorkommt und man darf ihn auch zu etwas besonderem machen, auch im Essen. Ausnahmen und Besonderheiten geben dir die Möglichkeit, zu erfahren, warum es Ausnahmen sind und du es im Alltag anders machst. Nur dadurch lernst du und erfährst du, was für dich die Regel sein soll, wie du an den meisten Tagen des Jahres leben und essen möchtest.
Ein gesundes Essverhalten wird vor dem Urlaub aufgebaut
Eine gesunde Ernährung im Urlaub und ein gesundes Essverhalten im Urlaub beginnen oft schon davor. Eine ungute Idee ist es, vor dem Urlaub allzu restriktiv zu essen, z. B. um den „Bikini-Body“ zu erreichen. Wenn du z. B. sehr wenig isst oder dir sehr viele Lebensmittel verbietest, kann es passieren, dass du im Urlaub in das andere Extrem fällst und Heißhunger bekommst. Wenn dir das schon mal passiert ist, dann weißt du, dass du zu restriktiv warst. Am besten ist es, du machst Dinge, die du dir nicht nur für 6 Wochen, sondern für dein ganzes Leben vorstellen kannst.
Es muss nicht zwangsläufig so sein, dass du dadurch ein ungesundes Essverhalten entwickelst, aber es ist eben sehr wahrscheinlich.
Bei Bewegung ist es ein bisschen anders. Du könntest dir z. B. „für den Bikini-Body“ vornehmen, 6 Wochen lang sehr intensiv Sport zu machen. Wenn du dann im Urlaub in das andere Extrem fällst und dich kein Stückchen von der Strandliege wegbewegen willst, ist das kein Problem, wenn du so deinen Urlaub verbringen möchtest. Das Problem dabei kann sein, dass du dir den Spaß an Bewegung vermiest. Dass du dadurch Sport als etwas abspeicherst, das sehr anstrengend ist, für das man sehr viel Disziplin braucht und wenn du dann aus deinem Urlaub zurückkommst, ist die Überwindung wieder mit Sport anzufangen, viel größer, als wenn du Sport als etwas anstrengendes aber machbares, selbstwirksamkeitssteigerndes und motivierendes abgespeichert hättest. Auch hier muss es nicht zwangsläufig so sein. Vielleicht motivieren dich solche Challenges und du schaffst es, nach dem Urlaub wieder einen guten Einstieg in den Sport zu finden. Alles, was für dich funktioniert und dich glücklich macht, ist erlaubt. Nur wenn du die Erfahrung gemacht hast, dass etwas für dich nicht funktioniert, ist das mein Gedankenanstoß, woran es möglicherweise liegen könnte.
Aus Liebe statt aus Angst handeln
Im Urlaub, und generell immer im Leben, wollen wir nicht aus Angst, sondern aus Liebe handeln. Was meine ich damit?
Wenn du deine Psyche darauf programmiert hast, dass bestimmte Lebensmittel verboten sind oder dass Essen ein Gegner ist, gefährlich, dick-machend, dann isst du etwas nicht - aus Angst. Und aus dieser Angst heraus nehmen wir uns dann, wenn Essen wieder erlaubt ist, z. B. am Buffet, alles, was wir kriegen können. Auch das, was uns vielleicht gar nicht so gut schmeckt oder einfach viel zu viel von allem.
Das kann auch mit der Angst, zu kurz zu kommen, zu tun haben. Wenn man z. B. in einer großen Familie aufgewachsen ist und man immer schnell sein musste, um sein Lieblingsessen noch zu bekommen. Solche erlernten Muster können am Buffet wieder zu Tage kommen, sodass man viel zu viel auf seinen Teller schaufelt. Dann kann es hilfreich sein, sich am Buffet zu beobachten und zu reflektieren, woher dieses Bedürfnis, viel zu viel zu nehmen, kommen könnte.
Wenn wir aus Liebe handeln – aus Liebe zu uns, aus Liebe zu unserem Körper – dann können wir aus diesem Mindset heraus unbeschwerter ans Buffet treten. Wir können uns genau die Dinge auswählen, die wir gerne essen wollen oder probieren wollen und wir können kleine Portionen nehmen und evtl. später noch einmal nachnehmen. Das Buffet wird dann zu einem Angebot, nicht zu einem gefährlichen Gegner, sondern zu etwas, das viele Freuden für uns bereithält und die wir in der Lage sind zu genießen.
Achtsam essen
Wenn wir achtsam essen, dann nehmen wir nicht nur besser wahr, wann wir satt sind, sondern wir nehmen auch all die Hunger-unabhängigen Gründe wahr, die uns dazu verleiten, zu essen. Wie eben geschildert, erlaubt uns Achtsamkeit, erlernte Muster aus der Kindheit zu erkennen oder zu erkennen, dass wir eigentlich nur so viel essen, weil wir einen Gedanken haben wie „Ich habe hierfür ja bezahlt, jetzt will ich so viel wie möglich für mein Geld haben.“ Wenn wir das erkennen, können wir für uns reflektieren, ob das sinnvoll ist. Ob es uns glücklich macht, oder ob wir uns mit unserem Geld so eigentlich etwas gekauft haben, für das wir eigentlich gar kein Geld ausgeben wollen würden. Dass es viel sinnvoller ist, für sein Geld ein genussvolles weniger umfangreiches Essen zu kaufen, als ein sehr umfangreiches, nach dem wir uns nicht gut fühlen.
Nach dem Urlaub zurück in gesunde Routinen und ein gesundes Essverhalten
Nach dem Urlaub ist es wichtig, auch wenn man vielleicht ein paar Kilos im Urlaub zugenommen hat, nicht panisch in eine restriktive Diät zu verfallen, sondern zu seinen gewohnten Routinen - die, die man sein Leben lang aufrechterhalten kann – zurückzufinden. Gib dir Zeit, die Kilos müssen nicht in der nächsten Woche weg sein. Geh einfach zurück zu deinen Gewohnheiten, mach dein Ding, und nach ein paar Wochen evaluierst du neu.
Gesundes Essverhalten im Urlaub
Der Urlaub ist eine besondere Zeit und das darf sich auch in deinem Essverhalten widerspiegeln. Er ist nicht dazu da, perfekte Routinen durchzuhalten oder streng auf alles zu verzichten, sondern um Neues zu erleben, zu genießen und zu lernen. Wenn du dir erlaubst, achtsam und aus Liebe zu dir selbst zu handeln, kannst du die Urlaubszeit nicht nur entspannt genießen, sondern auch gestärkt in deinen Alltag zurückkehren.
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
