Wie werde ich glücklicher?

Alle, Psychologie | 26. Januar 2024

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Heute geht es darum, wie man glücklicher werden kann. Warum sehen wir eigentlich immer nur alles negative, wie sehen wir mehr positives und wie geht man mit negativen Emotionen und Gedanken um?

Heute soll es mal um ein rein psychologisches Thema gehen. Und zwar um das für mich persönlich wichtigste Thema überhaupt und zwar: Wie werde ich glücklicher? Das ist natürlich eine sehr große Frage und dieser Beitrag beleuchtet nur einen klitzekleinen Teil daraus. Es muss auch nicht unbedingt der wichtigste Teil sein, sondern der, der mir quasi als erstes eingefallen ist 😀


WARUM IST ALLES NEGATIVE SO VIEL PRÄSENTER?

Zunächst einmal, warum wir irgendwie immer mehr die schlechten Dinge zu sehen scheinen, warum alles, was nicht läuft, so präsent ist. Wieder einmal ist dies evolutionär zu erklären. Für den Menschen war es wichtig, alle Gefahren und Probleme wahrzunehmen, denn das war wichtig für’s Überleben. Und auch heute noch nimmt unser Gehirn vor allem alles Negative wahr. Deswegen müssen wir ganz bewusst dagegen steuern und unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Dinge richten. Je öfter wir das machen, desto einfacher nehmen wir dann positive Dinge wahr. Denn wir bilden und stärken dadurch Synapsen in unserem Gehirn. Wir trampeln quasi Trampelpfade zu schönen Orten, sodass wir dort immer besser hinkommen. Je öfter wir zu diesen schönen Orten laufen, je öfter wir positive Dinge wahrnehmen, desto größer wird unser Pfad, sodass wir irgendwann ganz einfach zu unserem schönen Ort gelangen.


WIE GEHE ICH MIT NEGATIVEN EMOTIONEN UM?

Dennoch haben wir natürlich immer noch negative Gedanken und Gefühle. Die sind ganz normal und treten jeden Tag auf. Das können wir nicht verhindern und das wäre vermutlich auch gar nicht gut. Denn alle negativen Emotionen, wie Angst, Wut oder Trauer haben auch einen Nutzen. Sie zeigen uns Dinge und lenken uns.

Wichtig ist deswegen vor allem, wie wir mit Emotionen umgehen. Oft reagieren wir auf zwei Arten: Wir versuchen, die Emotion wegzudrücken, sie loszuwerden, indem wir z. B. zu Essen greifen oder Alkohol oder uns mit Social Media oder einer Serie ablenken. Oder wir ergeben uns dieser Emotion, lassen uns vollständig von ihr steuern, ertrinken z. B. in Selbstmitleid (glaubt mir, das kann ich sehr gut!). Leider ist es einfach unmöglich, eine Emotion loszuwerden. So viel Mühe wir uns auch geben, sie wird nicht weggehen. Genauso wenig wie du willentlich vergessen kannst, dass du diese Podcastepisode gehört hast. Du kannst dir so viel Mühe geben wie du willst, wenn du nachschaust, wird diese Erinnerung immer noch da sein. Und genauso ist es mit den unliebsamen Emotionen, die wir nicht fühlen wollen. Tatsächlich macht dieses Ankämpfen gegen die Emotionen alles nur noch schlimmer. Die beste Lösung ist, sie einfach da sein zu lassen, sie zu akzeptieren, nicht gegen sie anzukämpfen, aber dich auch nicht vollständig von ihr kontrollieren zu lassen. Lass sie da sein und schau, was du dir Gutes tun kannst. Nicht um dich abzulenken, nicht um die Emotion wegzudrücken, sondern einfach, weil es dich besser fühlen lässt.


WIE GEHE ICH MIT NEGATIVEN GEDANKEN UM?

Als nächstes soll es um Gedanken gehen. Denn vor Gefühlen war immer ein Gedanke, der dieses Gefühl bewirkt hat. Deswegen kann es einen sehr großen Effekt haben, wenn wir uns unserer Gedanken bewusst werden und sie auch mal hinterfragen.

Dafür möchte ich euch gerne 7 Denkfehler vorstellen, die der Psychologe Aaron Beck formuliert hat. Mach dir vielleicht einmal Gedanken über jeden Denkfehler und überlege, ob dir Situationen dafür einfallen, in denen du diese Denkfehler gemacht hast.

  1. Willkürliches Schlussfolgern: Z. B. Heute Morgen ist bisher alles schief gelaufen, heute wird ein furchtbarer Tag. Dabei können wir gar nicht wissen, ob es wirklich ein furchtbarer Tag wird.
  2. Selektives Verallgemeinern: Z. B.: „Mein Chef hat gerade genervt geschaut, bestimmt findet er, dass ich total schlecht bin.“ Obwohl er sonst immer viel gelobt hat.
  3. Übergeneralisierung: Z. B. wenn ich schlecht im Joggen bin, dann bin ich unsportlich.
  4. Maximieren/ Minimieren: Z. B. Wenn ich mich in der Präsentation auf der Arbeit oder in der Uni verhasple, werden alle lachen. Wir überschätzen oder unterschätzen die Bedeutung eines Ereignisses.
  5. Personalisieren: Z. B. wenn ich im Fitnessstudio etwas falsch mache, ist das total peinlich. Dabei ist jeder eigentlich nur mit sich selbst beschäftigt und wir stehen nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, so wie uns das manchmal vorkommt.
  6. Dichotomes Denken: Es gibt nur zwei schwarz oder weiß, gut oder schlecht. Z. B. wenn ich einen Schokoriegel esse, dann ist meine Ernährung ungesund, dann kann ich jetzt auch komplett ungesund essen.
  7. Gedanken lesen: Man denkt, man wüsste, was eine andere Person denkt. Z. B.: Im Fitnessstudio guckt eine Person dich an und du denkst: "Die denkt bestimmt, dass ich viel zu unsportlich bin." Doch es gibt noch tausend andere Gründen, warum sie dich anschauen könnte, z. B. weil ihr dein Oberteil gefällt, weil sie die Übung toll findet oder einfach nur zufällig. Ich habe z. B. ganz oft gedacht, dass die Leute irgendetwas schlechtes von mir denken. Und als ich von diesem Denkfehler das erste Mal im Psychologiestudium gehört habe, ist mir das erst so richtig aufgefallen. Dass ich ganz oft denke, jemand würde was schlechtes von mir denken und dass ich das doch eigentlich gar nicht wissen kann. Vielleicht denkt er ja was völlig anderes.

Ganz oft ist das, wovor wir Angst haben, in unserem Kopf. Wir malen uns angsterregende Situationen aus, aber sie treten gar nicht wirklich ein. Das erst mal aufzudecken, dass es vielleicht gar nicht stimmen muss, was wir immer gedacht haben, das kann schon ganz viel bringen. Such dir vielleicht 1-2 Denkfehler aus und versuche die nächsten Tage darauf zu achten, ob du diesen Denkfehler hast. Vielleicht kann dir das helfen, Denkfehler aufzudecken. Und wir haben sie alle. Ich hab sie auch immer noch, aber je bewusster wir sie uns machen, desto öfter fallen sie uns auf.

Wie man vielleicht gemerkt hat, ist glücklich sein Arbeit und passiert nicht einfach so. Jeden Tag dürfen wir unsere Aufmerksamkeit auf die positiven Dinge lenken, dürfen wir uns unserer Gedanken bewusst werden und sie hinterfragen und dürfen wir unsere Emotionen akzeptieren. Aber je öfter wir das tun, desto einfacher wird es mit der Zeit werden.

Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock

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