Herzlich willkommen zur ersten Folge von A Piece of Cake. Dein Podcast über Ernährungspsychologie und alles andere rund um Gesundheit, sodass ein gesundes Essverhalten für dich zum Kinderspiel wird, oder wie die Briten sagen: a piece of cake.
In diesem Podcast möchte ich euch in die Ernährungspsychologie mitnehmen, die sich mit den psychologischen Hintergründen unseres Essens beschäftigt - mit unserem Essverhalten - und die deswegen Antworten auf die Frage liefert, warum wir wann welche Lebensmittel essen und wie viel. Und wie man dies verändern kann.
Es soll aber nicht um die bloßen Theorien der Ernährungspsychologie gehen und dieser Podcast fokussiert sich auch nicht rein auf die Ernährungspsychologie, sondern es wird darum gehen, wie man so essen kann, dass man dabei Genuss und Freude verspürt und dass man sich danach und langfristig gut fühlt.
Was dem im Weg steht sind ganz viele Einflüsse, die unser Essverhalten durcheinander bringen. Das sind Dinge wie Regeln, Ernährungspläne oder Diäten, die wir durchführen. Das sind Emotionen oder Stress, weswegen wir als Bewältigungsstrategie zu Essen greifen und das sind Faktoren unseres Alltags wie zu wenig Zeit oder zu wenig Schlaf.
Und all diese Einflüsse, die unser Essverhalten durcheinander bringen, können dazu führen, dass wir nicht das Gewicht haben, dass wir gerne hätten. Und das ist das, was die meisten Menschen stört und was sie dazu bewegt, etwas ändern zu wollen. Und deswegen wird es hier auch um's Abnehmen gehen. Ich sehe ein zu hohes Gewicht jedoch hauptsächlich als Symptom von bestimmten Aspekten, die nicht im Gleichgewicht sind und die sich dann eben in dem zu hohen Gewicht zeigen. In diesem Podcast geht es hauptsächlich darum, wie man diese Dinge wieder ins Gleichgewicht bringt.
Ein sehr vereinfachtes Beispiel: Du trinkst zu spät abends einen Kaffee und schläfst deswegen schlecht. Das ist der Grund, warum du öfter Heißhunger bekommst und letztendlich insgesamt mehr Energie, auch bekannt als Kalorien, zu dir nimmst. Deswegen nimmst du zu und das siehst du irgendwann auf der Waage. Nun möchtest du abnehmen. Einfach weniger essen ist jetzt jedoch aus zwei Gründen nicht die optimale Lösung: zum einen bekommst noch mehr Heißhunger und zum anderen wird die Ursache der Gewichtszunahme, der schlechte Schlaf, ja nicht behoben.
Warum Kalorien zählen nicht immer die Lösung ist
Ich möchte nun auf einen wichtigen Faktor, der unser Essverhalten durcheinander bringen kann, näher eingehen: die Ernährungspläne, Diäten etc. Normalerweise werden diese ja als die Lösung angepriesen, deswegen fragst du dich jetzt vielleicht, warum sie denn das Problem sein sollen.
Natürlich haben diese Dinge in bestimmten Situationen durchaus auch ihre Relevanz, aber für die meisten und vor allem für gesunde Menschen sind diese in den häufigsten Fällen nicht nötig.
Das Problem ist, dass wir die Steuerung unseres Hungers und unserer Sättigung, die normalerweise in einem sehr komplexen Prozess von unserem Gehirn ausgeführt wird, nach außen verlagern und von einem Plan oder einer App, mit der wir unsere Kalorien zählen, übernehmen lassen. Wie viel Energie wir benötigen ist jedoch höchst variabel und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die von Ernährungsplänen oder Apps einfach nicht berücksichtigt werden können. Vielleicht hast du dich heute mehr bewegt oder weniger? Vielleicht hast du mehr geschlafen? Vielleicht mehr gefroren? Vielleicht bist du krank? Vielleicht hast du abgenommen? Vielleicht einen besonders anstrengenden Arbeitstag gehabt? Auch die Zyklusphase kann bei Frauen einen Einfluss auf den Energiebedarf haben. Du siehst also, die Sache ist sehr komplex und führt bei so einfachen Herangehensweisen wie Plänen oder einer vorbestimmten Kalorienanzahl dazu, dass man an dem einen Tag eigentlich mehr benötigen würde als vorgesehen ist und deswegen noch mehr Hunger hat als sonst und an anderen Tagen sogar weniger essen könnte als vorgesehen.
Langfristig kommt es außerdem noch zu einem anderen Problem. Unsere Steuerung der Energieaufnahme von innen, das heißt unsere Hunger- und Sättigungssignale, die auf unseren Energiebedarf und -verbrauch abgestimmt sind, gehen verloren bzw. nehmen wir nicht mehr wahr.
Und das führt dazu, dass wir unser Leben lang auf diese externen Steuerungsmechanismen angewiesen sind oder aber jedes Mal, wenn wir keine Diät mehr machen, wieder zunehmen bis wir wieder unsere nächste Diät machen. Ein Beispiel, das dir vielleicht bekannt vorkommt, ist die Weihnachtszeit. Viele Menschen wollen sich dann aufgrund der großen Auswahl an leckeren Lebensmitteln und auch weil an Weihnachtsleckereien oft Emotionen geknüpft sind, weniger begrenzen und pausieren ihre Diät. Da sie allerdings aufgrund des aus dem Gleichgewicht geratenen Sättigungsgefühl mehr essen als sie benötigen, nehmen sie folglich zu und nach der schönen Weihnachtszeit kommt dann die nächste Diät. Da ist es dann natürlich praktisch, dass Neujahr bevorsteht und man sich die Diät gleich auf die Liste an Neujahrsvorsätzen schreiben kann 😉
Die Folge ist also, dass wir zum einen nie wirklich so essen können, wie wir es gerne würden und zum anderen kann sich dieser Teufelskreis auch so verstärken, dass wir Essanfälle gepaart mit schlechtem Gewissen entwickeln.
Und dann sind wir ziemlich weit weg von genussvollem, freudvollem Essen. Deswegen kann man die Inhalte dieses Podcasts auch so beschreiben: Ich möchte dir zeigen, wie du weg kommst von ständigen Diäten und hin zu einem Essen mit Genuss und Freude.
Musik: Back to Memories von DeKibo, verwendet unter Lizenz von Shutterstock
